Helene steht seit zwei Stunden vor der Leinwand und weiß, dass sie nicht steht, sondern wartet. Wartet darauf, dass die Hand wieder anfängt, etwas zu wissen, was der Kopf inzwischen verlernt hat.
Das Atelier in Mitte ist zu schön, um darin zu zweifeln. Hohe Fenster zur Brunnenstraße, abgenutzte Holzdielen, der Geruch von Terpentin, der irgendwann zur Atmung gehört. Sie zahlt zu viel Miete dafür.
Auf dem Tisch liegt die Mail aufgeschlagen. Höflich, fast freundlich. Eine Absage. Der Galerist schreibt von "spannenden Tendenzen", die er zur Zeit jedoch nicht in seine Auswahl integrieren könne.