
Nadia will nur Leute kennenlernen. Timo nickt und sagt den Satz, der in Deutschland alles einleitet.
Timo: Dann brauchst du einen Verein. Freizeit macht man hier nicht allein; hier tritt man bei.
Nadia: Ich wollte doch nur ein paar Bälle spielen. Nicht Mitglied werden.
Timo: Genau das ist der Widerspruch. Komm, ich zeig dir das Vereinsheim.
Hinter einem Tisch mit drei Ordnern wartet Herr Pohl, der Kassenwart, und mustert Nadia wie einen unvollständigen Antrag.
Pohl: Sie möchten mitspielen? Sehr schön. Dann füllen Sie bitte den Mitgliedsantrag aus, lesen die Satzung und überweisen die Aufnahmegebühr.
Nadia: Für Tischtennis?
Pohl: Für die Mitgliedschaft. Das Tischtennis ist inbegriffen.
Nadia: Und wenn ich erst mal nur reinschnuppern will?
Pohl: Dafür gibt es das Probetraining. Danach müssen Sie sich entscheiden. So will es die Satzung.
Timo: Willkommen in der Vereinsmeierei. Ohne Formular kein Vergnügen.
Nadia: Elf Seiten Regeln für einen Ball übers Netz.
Pohl: Elf Seiten sichern den Verein. Über Ihre Aufnahme entscheidet übrigens die Mitgliederversammlung.
Nadia: Es gibt eine Abstimmung? Darüber, ob ich Tischtennis spielen darf?
Pohl: Selbstverständlich. Bis dahin spielen Sie auf Probe. Nächsten Donnerstagabend, hier im Vereinsheim.
Neben der Tür wartet Ronja, den Schläger unterm Arm, und drückt Nadia einen Kaffee in die Hand.
Ronja: Lass dich nicht abschrecken. Aber eine Warnung: Bei jeder Aufnahme stimmt einer grundsätzlich dagegen. Und rate mal, wer am Donnerstag den Vorsitz führt.