
Julia zögert lange auf dem Sofa. Der Gedanke an Rostock tut weh. “Genug gelogen”, denkt sie. Heute will sie mutig sein, wenigstens einmal.
Zuerst nimmt sie eine Sprachnachricht für Moritz auf. “Ich habe Heimweh, und manchmal will ich zurück nach Rostock. Bitte sag das niemandem”, spricht sie leise. Dann schreibt sie ihrer besten Freundin: “Das war gemein von mir. Ich habe deinen Geburtstag nicht vergessen, und ich habe ein schlechtes Gewissen.” Danach ist überall Stille. Das Fenster ist offen, und die Luft ist feucht.
Um zehn klingelt das Handy. Julia spürt ihr Herz bis in den Hals. “Hallo?”, fragt sie ängstlich.