
Mit einem lauten Rumms wirft Steffi den Kofferraum ihres klapprigen Wagens zu und wischt sich die Hände an der Hose ab. Die Leipziger Töpferin und ihr Freund Micha nehmen Nadia übers Wochenende mit hinaus auf Steffis alte Datsche im Umland. “Guckste, hinten liegt das ganze Gelumpe für die Grillerei, mehr Kram brauchen wir nich”, sagt Steffi ganz zufrieden.
Der Wagen holpert über einen schmalen Feldweg, tief hinein ins Grüne, wo längst kein Handynetz mehr ist. Auf halber Strecke ruckelt der Motor, stottert noch kurz und geht dann einfach mitten im Nirgendwo aus. “Alle mal raus, wir müssen den Wagen anschieben, sonst stehen wir hier bis morgen früh”, ruft Micha und lacht.
Am Ende des Weges taucht die kleine Laube auf, windschief und ganz von wildem Wein überwuchert. In der Dämmerung wirkt der verwilderte Garten fast verwunschen, mit knarrenden Ästen und viel zu hohem Gras. “Keine Sorge, gleich gibt es Broiler frisch vom Grill, dann sieht die Welt schon anders aus”, verspricht Micha den beiden.
Steffi kramt in ihrer prall gefüllten Jackentasche nach dem passenden Schlüssel für die Tür. Das verflixte alte Schloss klemmt aber sofort, dreht sich keinen Millimeter, und Micha motzt leise vor sich hin. “Komm, wir versuchen es auf gut Glück einfach mal mit dem Fenster hinten”, schlägt Nadia entschlossen vor.
Plötzlich flammt hinter dem staubigen Fenster ein warmes Licht auf, mitten in der angeblich leeren Kabache. Alle drei weichen bissl zurück und erstarren vor Schreck, denn niemand von ihnen traut sich näher heran. Steffi steht sichtlich auf dem Schlauch, und die Frage, wer da drinnen sitzt, hängt ungelöst in der dunklen Luft.
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