
Der Kies knirscht unter Nadias Schuhen, als sie zwischen den langen Bänken nach einem Platz sucht. Timo, ihr Freund aus Berlin, winkt sie zu einem Tisch, wo schon der Korbinian sitzt, ein breiter Münchner und ein rechter Schelm mit einem Lachen wie ein Feiertag. Reserl, die Wirtin, wischt den Nebentisch ab und beäugt die Fremde kurz.
“Servus”, sagt Korbinian und schiebt ihr eine Breze hin. “Setz di her, du magst doch a Maß, oder?” Nadia nickt, obwohl sie den halben Satz nur errät. Die Maß landet vor ihr, schwer wie ein Eimer, und der Schaum schwappt über ihre Finger.
Timo lacht. “Trink langsam, sonst legt di des glatt um.” Korbinian winkt ab und grummelt etwas von wegen Anfänger. Doch als Nadia den ersten Schluck nimmt und zufrieden schnauft, klopft er ihr anerkennend auf die Schulter. “Mei, die stellt sich ja gar net so bled an.”
Es wird ein lauer Abend voller Gaudi. Die Spezln teilen eine Brotzeit und erzählen alte Geschichten, keiner nimmt sich zu wichtig, und alle paar Minuten fällt dieses eine kleine Wort, passt scho, das Nadia einfach nicht greift. Sie fragt Korbinian, was es bedeute. Er kaut, überlegt und wischt sich den Schaum von der Lippe.
“Des”, sagt er, “des muasst du selber spüren.” Dann steht er unvermittelt auf, murmelt etwas und geht Richtung Ausschank. Reserl beugt sich zu Nadia. “Pass auf”, flüstert sie, “wenn der Korbinian so grinst, dann hat er was vor.” Nadia hält den Atem an.
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