
Auf der Fahrt nach Stuttgart malt sich Nadia glänzende Sportwagen, teure Boutiquen und großen Wohlstand aus. Am Bahnsteig wartet Steffi, Timos Studienfreundin, die bei einem großen Autobauer am Fließband schafft. Statt in einem schicken Wagen holt sie die beiden lachend auf einem alten, klapprigen Fahrrad direkt vom Bahnsteig ab.
In Steffis kleiner Wohnung riecht es nach Kaffee, doch überall zeigt sich ihre eiserne Sparsamkeit. Sie kauft das Brot vom Vortag, feilscht auf dem Markt und dreht jeden Cent zweimal um. Zum Abendessen gibt es einfache Grombiera mit Quark, und Steffi rechnet zufrieden auf den Pfennig genau.
Nadia wundert sich, wie eine Frau aus der reichsten Ecke des Landes so knausrig leben kann. “Ihr sitzt doch auf einem Vermögen”, sagt sie, “warum spart ihr für einen Apfel und ein Ei?” Steffi lacht nur und zeigt ihr ein abgegriffenes Sparbuch aus der Schublade.
In dem Heft steht, dass sie und Timo bald ein kleines Häuschen ganz abbezahlt haben werden. Von dem gebrauchten Fahrrad bis zum letzten Groschen hat sich jede Mühe am Ende gelohnt. Auf dem Flohmarkt hat Steffi sogar Timos alte Gitarre vor Jahren für ganz wenig Geld abgestaubt.
Langsam versteht Nadia, dass die vermögendsten Leute hier oft die unauffälligsten sind. Der wahre Reichtum steckt nicht im Schnäppchen von heute, sondern im ruhigen Geldbeutel von morgen. “Hajanoi, gespart ist gespart”, sagt Steffi und zwinkert Nadia zufrieden zu.
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